MEINE GESCHICHTE

Persönlich und Ehrlich

Ich bin Susanne Burgstaller, glücklich verheiratet mit Heinz und dankbare Mutter von einem Sohn und einer Tochter. Mittlerweile habe ich meinen Platz gefunden. Ich berate Unternehmer(innen), dass ihnen nicht dasselbe passiert wie mir. Doch bevor ich soweit war, hat mich das Leben oftmals aus dem scheinbar vorgegebenen Weg herausgeschubst, um mich zu zwingen, in eine gänzlich andere Richtung weiterzugehen.

Doch von Anfang an:

Ich wurde als dritte Tochter meinen Eltern geboren und somit war ich immer „die Kleine“. Auch größenmässig hielt ich mich zurück und so war ich auch im Kinder- garten und in der Schule eine von den Kleinsten. Früher hat mich das gestört, vor allem weil sie mich auch „Susi“ riefen, vermittelte mir das Gefühl noch kleiner zu sein. Heute sag ich: “Klein, aber oho” und mit High-Heels kann man gut schummeln.

Die übliche Schulkarriere endete vorerst mit der Matura am BORG Kindberg mit Schwerpunkt Musik. Musik war meine Welt und so nahm ich, während der Gymnasiumszeit, schon zusätzlich Gitarren-Unterricht am Konservatorium in Graz. Ich wollte Musik studieren, doch nach der Matura stellte sich heraus, dass ich zur Gitarre auch noch Klavier spielen können musste, damit ich überhaupt zugelassen werde. Mir wurde geraten, ein Jahr Pause zu machen, um Klavier zu lernen, doch das erlaubten meine Eltern nicht. Der Schock saß tief, wo sollte ich jetzt hin. Die Aufnahmeprüfungen für andere Studien waren bereits abgeschlossen … und ich?

Eine Notlösung bot sich mir in einem einjährigen Sonderlehrgang in einer Fachschule für landwirtschaftliche Berufe. Dieser Lehrgang war für jene Mädchen gedacht, die in eine Landwirtschaft einheiraten wollten und davon keine Ahnung hatten. Ich war damals schon mit Heinz (wir heirateten 1994) zusammen, doch Bauer, war er keiner. Was sollte ich also da? Im Nachhinein betrachtet war dieses Jahr eine tolle Zeit: viele neue Freundinnen, interessante Erfahrungen und die Gewissheit, dass ich das alles nie brauchen werde. Lernen ohne Druck – das war toll!

Nach diesem Jahr, Klavier konnte ich noch immer nicht, inskripierte ich an der Pädagogischen Hochschule Graz-Eggenberg um das Hauptschul-Lehramt für Mathematik, Musik und Informatik zu absolvieren. Als ich 1990 mein Studium erfolgreich abschloss, dachte ich mir:

Jetzt geht’s los.

Doch mein Enthusiasmus wurde gleich wieder gebremst, da ich keine Anstellung bekam. Heinz war damals zu einem Praktikum nach Vorarlberg gegangen und da mich in der Steiermark keiner brauchte, zog ich ihm nach. So landete ich in einem kleinen, feinen Elektrounternehmen und übernahm dort den gesamten kaufmännischen Bereich. “Learning by doing” war angesagt, denn außer, dass ich gut mit Computern umgehen konnte, waren meine Kenntnisse mangelhaft. Mein Chef gab mir eine Chance und als ich nach 2 Jahren mit Heinz wieder in die Steiermark zurückkam, war ich eine Top-Büroangestellte.

Zurück in der Heimat wollte ich endlich in den Lehrerberuf einsteigen, doch daraus wurde wieder nichts. Als Zwischenlösung managte ich für ein Jahr das Tourismusbüro Krieglach, doch das war mir auf die Dauer zu langweilig. So ergab sich die logische Entscheidung in den Installationsbetrieb meines Mannes und seiner Eltern einzusteigen.

Wieder fing ich “von unten” an, zuerst in der Elektroabteilung, dann im Front-Office und Marketing, um letztendlich in der Buchhaltung und im Controlling zu landen. Genau dort, wo ich nie sein wollte. In der Zwischenzeit bekam ich 2 Kinder, die neben dem Geschäft aufwuchsen. “Selbst und ständig”, dass war für meinen Mann und mich Programm. Wir stellten uns und unsere Kinder oftmals hinten an, sagten Urlaube ab, strichen die Wochenenden, vernachlässigten private Kontakte …. alles „funktionierte“, doch überglücklich waren wir nicht. Unseren Kindern lebten wir ein Leben vor, dass die beiden auf keinen Fall wollten und so war schnell klar, dass keiner den elterlichen Betrieb übernehmen würde. Doch wir beide wollten bis zur Pension durchhalten. Soweit der Plan.

2008 wurde alles plötzlich anders.

Aus einem harmlosen Muttermal wurde Hautkrebs und mein Mann musste sich einer Therapie unterziehen. Wie sollte es jetzt weitergehen? Was würde passieren, wenn die Behandlung nicht hilft? Was würde aus den Kinder und mir? … Und die Firma? Tausende Fragen tauchten auf, doch die Entscheidende stellte eine Ärztin aus der Klinik: Wollen sie wirklich so weitermachen?
Wir kamen zum Entschluss, dass wir das nicht wollten und planten unseren Ausstieg aus der traditionellen Selbstständigkeit. Wir waren beide 40 Jahre alt und mit diesem Alter könnten wir doch noch mal neu starten. Wir schickten die Firma in Konkurs und verabschiedeten uns von unseren 35 Mitarbeitern. Mein Mann arbeitete sofort als Einzelunternehmer weiter und ich trat den Weg zum Arbeitsamt an.

Und damit kam die Ernüchterung. Ich war überqualifiziert, unterqualifiziert und letztendlich nicht vermittelbar. Mit über 40 hatte ich zwar den Vorteil, dass ich länger arbeitslos sein durfte, doch das war schon die einzige positive Nachricht. Ich wollte doch arbeiten. Warum nahm mich dann keiner? Ich war am Boden zerstört, gedemütigt und enttäuscht. So begann ich nachzudenken, was ich wirklich tun wollte. Irgendwie könnte ich mir jetzt ja alles aussuchen!

Aufgrund der Erkrankung von Heinz interessierte ich mich mehr für die menschliche Haut und deren Pflege und absolvierte einen Basiskurs für Visagistik mit Schwerpunkt Hautpflege. Ich wollte etwas tun, wo die Menschen ein kleines bisschen glücklicher von mir weggehen würden, als sie gekommen sind. Nach 6 Monaten meldete ich mein Gewerbe als Visagistin und Make-Up Artist an und arbeitete als Freelancer bei einem internationalen Kosmetik-Konzern. Dort war ich auf hochpreisige Hautpflege geschult und unterstützte den Verkauf in diversen Parfümerien. Mit 40 konnte ich aus eigener Erfahrung erzählen, dass sich die Haut im Alter verändert – was für ein Vorteil!
In dieser Zeit habe ich viel gelernt, doch glücklich war ich noch immer nicht ganz. Ich selbst verwendete kein einziges Pflegeprodukt, dass ich den Kunden in der Parfümerie empfahl …. und dieses Unbehagen wurde immer stärker. Bis ich mich an etwas erinnerte: im Frühling 2009 bekamen wir Produkte zur Immununterstützung für Heinz, die toll funktionierten und auch Hautpflege-Produkte, die seither unsere gesamte Familie begeistern. Es wurde uns damals auch über die Geschäftsmöglichkeit erzählt, doch wir hatten die Schnauze voll von der Selbstständigkeit.

Vielleicht sollten wir uns das jetzt doch nochmal erklären lassen?

Seither hat sich viel geändert: Ich arbeite selbstständig und teile mir meinen Tag selbst ein. Ich genieße die Zeit mit unseren fast erwachsen Kindern und hole Dinge nach, die ich früher verpasst habe. Ich habe mehr Zeit für mich und wir haben auch mehr Zeit für uns. Ich kann mir aussuchen mit wem, wo und wie lange ich arbeite. Wobei Arbeit heute eine ganz andere Bedeutung für Heinz und mich hat!

Als ich vor kurzem den Brief mit der vorläufigen Höhe meiner Pension bekam, war ich sehr wütend. Wütend darüber, dass ich nach vielen Berufsjahren und der Erziehung von zwei tollen Kindern mit so einem geringen Betrag “abgefertigt” werden würde. Auch mein Mann bekam schon so einen Brief und mal ganz ehrlich: mit dieser Summe wollen wir beide nicht leben müssen. Gott sei Dank haben wir für uns eine Alternative gefunden und schauen beruhigt in unserer Zukunft, denn jetzt bestimmen wir selbst die Höhe des monatlichen Einkommens und in gleicher Weise gestalten wir uns irgendwann auch unsere Pensionszahlungen. Finanziell gut abgesichert …. auch als Frau!!!!

Einen vorläufig letzten Schubs bekam ich im August 2016. Unsere Tochter hat irgendwann gelernt, dass der Mensch grundsätzlich eine Lebenserwartung von 120 Jahren hat. Daher haben Heinz und ich immer gesagt: Das gilt auch für uns! Doch dann kam in einem Workshop die Frage:

Are you prepared to be here for a long time?

…. und ich musste ehrlich zugeben: Nein. Nur davon zu reden, lässt dich nicht 120 Jahre alt werden. Wir haben, nach der Erkrankung von Heinz, zwar unsere Ernährung immer weiter verändert und Augenmerk auf gute Produkte in allen Bereichen gelegt, doch sportlich waren wir nicht.
In weiterer Folge habe ich dann Unternehmer in unserem Alter und älter beobachtet und kam für mich zu folgendem Ergebnis: die Männer sind entweder dick oder sportlich, doch die dazugehörigen Frauen sind zum überwiegenden Teil körperlich ausgelaugt. Sicher spielen da Geburten und die Kindererziehung ein bedeutende Rolle, doch vorallem die Tatsache, dass viele Frauen in dieser Zeit auf sich selbst schlichtweg vergessen …. Ich hab’s ja auch gemacht!

Aus dieser Erkenntnis entwickelte sich meine Vision:

100 000 Menschen dabei zu begleiten, sich frühzeitig um Ihre Gesundheit zu kümmern.
Ihre Leistungsfähigkeit auch in Zeiten zu erhalten, wo andere schon längst aufgeben.
Sie zu unterstützen, sich wohl in ihrem Körper zu fühlen, vital zu sein und sich, auch finanziell, auf ihre Zukunft vorzubereiten.